Billy Joel Konzert in Frankfurt 2016

Am 3. September 2016 war des dann soweit: nach 10 Jahren das erste und einzige Konzert von Billy Joel in Deutschland in Frankfurt in der Commerzbank Arena.

Hier ein Konzertbericht von Joel Fan Rainer, der seine Impressionen mit uns teilt:

Die Anfahrt dauerte etwas länger als geplant, da ein Unfall auf der Autobahn für Stau sorgte.

Gegen 18:15h hatten wir einen Parkplatz gefunden so dass wir um 18:45 am Stadioneinlass waren.

Insgesamt war die Stimmung der Anreisenden rund um das „Waldstadion“ (so wird die Arena in Frankfurt immer noch genannt) sehr entspannt, was wohl einerseits daran lag, dass es ein Sommer-Samstag-Abend war, aber auch, weil alle voller Vorfreude auf Billy Joel waren.

Zwar waren die Einlasskontrollen verschärft, so dass jeder (!) am Eingang mit einem Metalldedektor abgescant wurde, aber eine Stunde vor Konzertbeginn kamen wir mit ca. 10 Min anstehen gut durch.

Da wir Innenraumkarten hatten, führte unser Weg durch eines der vier großen Eck-Eingangs-Tunnel direkt in den Innenraum des Stadions. Wir sahen beim durchlaufen des langen Betonganges rechts vor uns schon die riesige Bühne – wir liefen direkt von der Seite auf sie zu. Sehr imposanter Bau:

Fast so hoch wie das Faltdach der Arena, das bei solchen Veranstaltungen in Frankfurt geschlossen wird. Im vorbeigehen zu unseren Sitzplätzen (leider war auch im Innenraum alles bestuhlt) machte ich mit meinem Handy noch ein paar Schnappschüsse von der Bühne, auf der von den Crewmitgliedern die letzten Vorbereitungen getroffen wurden. Da stand es, direkt vor uns:

Das schwarze Piano, auf dem der „Piano-Man“ in Kürze spielen würde. Das war natürlich auch nochmal ein Foto wert. Da wir bis zum Konzertbeginn noch ne knappe Stunde Zeit hatten, sahen wir uns noch ein bisschen im Stadion um, bevor wir uns kurz vor 20h auf unsere Plätze begaben.

20:20 Uhr gings dann los… Das Licht ging aus, und kurz darauf betraten die Musiker die Bühne. Als die vorderen Reihen Billy Joel im (noch immer) Dunkeln erkannten wurde das Publikum immer lauter und dann fing Billy mit seiner Band an zu spielen. Zeitgleich gingen die Lichter der gigantischen Bühne an und ein irre lauter Jubel brach durch das Stadion.

Nun könnte ich fast zu jedem Lied das er spielte was schreiben, das würde aber den Rahmen sprengen, denn die Setlist war – wie zu erwarten – sehr lange.

Ein paar Dinge möchte ich hier dennoch erwähnen:

Es waren auffällig viele junge Leute im Publikum, so zwischen 20 und 30. Natürlich nicht überwiegend, aber das überraschte mich schon. War ich z.B. vor ca. 2 Monaten bei David Gilmour in Wiesbaden, der ungefähr ebenso lange im Musikgeschäft sein dürfte und mit seiner Band Pink Floyd auch zu den großen dieser Zunft gehört, dort waren kaum junge Menschen im Publikum.
Im ersten Teil der Show lies Billy das Publikum 2 mal entscheiden, welchen Titel er mit seiner Band als nächstes spielen soll: Mit lauterem Beifall und Jubel wurde dementsprechend das Programm geändert. Sowas hatte ich vergleichsweise bisher nur bei Chris De Burgh erlebt.

Billy war sehr gut gelaunt und machte zwischen den Liedern einige Späße. So fegte er immer mal wieder mit einer grünen Fliegenklatsche um sich herum, er meinte, da seien einige „ganz dicke Dinger“ um ihn unterwegs. .“but I`m gonna get them…“.

Im gut gemischten Wechsel zwischen rockigen Songs und Balladen ging das Publikum gut mit. Es war schön zu erleben, dass die meisten der Zuschauer im bestuhlten Innenbereich bei den meisten Songs stehen geblieben ist, sich nur zu den ruhigen Stücken setzte. Hier gab es kein Murren derjenigen, die sich gerne gesetzt hätten – das fand ich auch sehr bemerkenswert.

Um einen rockigeren Konzertteil einzuläuten spielte die Band „Highway To Hell“ von AC/DC, und zwar komplett. Billy sprang hierzu von seinem Pianostuhl auf spielte mit seiner E-Gitarre das bekannte Riff. Ein Crewmitglied mit kratziger Stimme durfte diesen Gesangespart übernehmen. Für mich immer wieder verwundernd, wie bei so einem „Fremdtitel“ die Leute plötzlich noch mehr „abgehen“ als bei den eigenen Stücken. Ich hätte hier lieber meinen Lieblingstitel „Go To Extremes“ gehört – der leider nicht vorgetragen wurde. Dies – und die für viele der Zuschauer bei lauten Passagen leicht übersteuert klingende Anlage (besonders die Höhen klirrten teilweise sehr), waren für mich aber die einzigen Kritikpunkte. Insgesamt gäbe es von mir daher ein gute „2“ als Schulnote.

Unvergesslich natürlich, wenn über 30.000 Menschen gemeinsam „Piano-Man“ singen. Das klang noch vielen beim Weg nach Hause im Ohr, denn gegen 22:40 gingen die Lichter wieder an. Auch schön, dass der Mitveranstalter „hr1“ von 23 bis 24 Uhr eine Stunde Sondersendung zum Konzert in Frankfurt bracht, mit Live-Ausschnitten von diesem Abend und mit Live-Telefonaten mit begeisterten Fans, die wie wir auf dem Heimweg waren.